Über uns
Die SPD Zehlendorf hat zur Verbesserung der städtebaulichen Situation Vorschläge erarbeitet, die wir hier vorstellen.
Unser Zehlendorfer Zentrum ist ein besonderes Pflaster. Abseits der urbanen City der Hauptstadt bietet sich eine nahezu kleinstädtische Atmosphäre. Und doch besteht Handlungsbedarf für die Kommunalpolitik. Im Zehlendorfer Ortskern fehlt insbesondere ein öffentlicher Platz, an dem man sich trifft und hinsetzt. Zudem ist die Situation am S-Bahnhof Zehlendorf unattraktiv und die Verkehrsbelastung hoch.
Zuletzt ist eine deutliche Bewegung im Hinblick auf künftige Veränderungen im Ortskern entstanden. Das Rathaus soll teilweise neu gebaut werden, zudem muss die S-Bahnbrücke saniert werden und ein zweiter S-Bahneingang am Postplatz soll entstehen. Mit der Aufnahme Zehlendorfs in ein Förderprogramm des Senats ist endlich eine jährliche Finanzierung für bauliche Maßnahmen in Millionenhöhe gesichert.
Aber die erhofften Verbesserungen müssen jetzt konsequent umgesetzt werden. Lassen Sie sich von unseren Ideen inspirieren und diskutieren Sie unsere Vorschläge für Zehlendorf-Mitte mit! Wir freuen uns über Ihre Anregungen.
Neue Entwicklungen in Zehlendorf
Gestaltungsziele der SPD im Bereich Zehlendorf-Mitte
Wir – die SPD Zehlendorf – möchten unser Ortszentrum gestalten. Das Geschäftszentrum Zehlendorf-Mitte soll weiter gestärkt und Akzente gesetzt werden.
Schon seit vielen Jahren setzt sich die SPD-Abteilung Zehlendorf für eine Stärkung unseres Ortszentrums ein. Die von uns vorgelegte Bestandsaufnahme zum Ortskern hat einen Diskussionsprozess angestoßen und erste Ergebnisse gezeitigt. Denn dem Bezirksamt ist es auf Initiative unseres Ex-Stadtrates Michael Karnetzki (SPD) gelungen, 2023 in das Förderprogramm „Lebendige Zentren und Quartiere“ des Berliner Senats aufgenommen zu werden. Damit stehen jährlich Mittel in Millionenhöhe für städtebauliche Maßnahmen zur Verfügung. In dessen Rahmen wurde von einem Planungsbüro namens „STERN“ ein „integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept“ (ISEK) erarbeitet. Dies ist vom Bezirksamt 2024 beschlossen worden. In diesem Programm sind viele Elemente enthalten, die die SPD Zehlendorf seit Jahren gefordert (siehe unten) Es wird in den nächsten Jahren im Bezirk darauf ankommen, kontinuierlich die Baumaßnahmen umzusetzen und die richtige Prioritäten zu setzen.
Unabhängig hiervon stehen weitere größere Veränderungen an. Das Rathaus wird in den kommenden Jahren zum Teil abgerissen und neu gebaut werden. Der denkmalgeschützte Altbau von 1929 wird saniert. Im Zuge der Brückensanierung am S-Bahnhof erhält dieser neue Ausgänge. Einer davon soll – mit Durchwegung zur Machnower Straße – am ehemaligen Postplatz entstehen. Zehlendorf wird des „i2030“-Projektes zu einem Haltepunkt der Regionalbahn auf der Stammbahn zwischen Stadtmitte und Potsdam. Die Koordinierung dieser und weiterer Baumaßnahmen wird eine Herausforderung werden.
Die 50 Jahre lang das Zehlendorfer Rathaus dominierende CDU hat die Entwicklung der Zehlendorfer Mitte dem Selbstlauf überlassen und die fällige Weiterentwicklung dieses wichtigen Ortsteilszentrums verschlafen. Mit Hilfe des geplanten Investionen für Zehlendorf besteht nun die Chance für Weiterentwicklungen.

Attraktive Gestaltung des Dorfangers
Der Anger war öffentlicher Raum im alten Dorf, eine Fläche für die Gemeinschaft. Er soll wieder als öffentlicher Raum nutzbar werden. Er soll wieder als öffentlicher Raum nutzbar werden. Mit neu angelegten Wegen und Sitzplätzen sowie einer Veränderung der Bepflanzung zur Nebenstraße am Standesamt wurde im letzten Jahr schon etwas getan. Für die Barrierefreiheit muss hier jedoch noch nachgebessert werden.
Wir fordern eine Machbarkeitsstudie, ob an der Südseite des Angers der alte Dorfteich wieder angelegt werden kann. Das Entwicklungskonzept ISEK sieht hierfür die Einholung eines gartendenkmalpflegerisches Gutachtens vor, um eine Strategie zur Erhaltung, Pflege und Sanierung der denkmalgeschützten Dorfaue zu erarbeiten. Die Maßnahme sollte unverzüglich umgesetzt werden.
Neuer Rathausplatz am Teltower Damm
Vor dem Rathaus Zehlendorf soll ein zentraler Platz entstehen. Der heutige Parkhafen war einst Teil des Dorfangers. Das Rathaus wurde an dieser Stelle 1929 in seiner Bauflucht teilweise in den Dorfanger hinausgebaut. Alte Fotos zeigen aber auch nach dem Rathausneubau einen Platz an dieser Stelle. Die heute hier vorhandenen Parkplätze können an dem neu entstehenden Straßenrand beziehungsweise in eine etwas nach Süden verlegte kleiner Parkbucht (etwa vor der ehemaligen Theaterkasse) umgesetzt werden. Dieser Vorschlag ist nun auch im Entwicklungskonzept ISEK vorgesehen und sollte Priorität bekommen.
Sperrung der Kirchstraße für den Durchgangsverkehr
Für den neuen Stadtplatz wollen wir die Kirchstraße für den Durchgangsverkehr sperren und teilweise aufpflastern. Dort soll auch der Platz für einen neuen attraktiven Wochenmarkt entstehen. Die Endhaltestelle der Buslinie 118 kann verlegt werden. Eine Rückkehr des Ratskellers von der Martin-Buber-Straße an seinen alten Ort an der EckeKirchstraße/Teltower Damm ermöglicht es, einen Cafébereich am Platz zu schaffen und damit die öffentliche Nutzung des Platzes zu stärken. Damit ließe sich die Situation für die Königsstraße verbessern, die als schmale Anliegerstraße mit Kopfsteinpflaster inzwischen zur Umgehungsstraße für den Umgehungsverkehr zwischen der Potsdamer Chaussee und dem Teltower Damm geworden ist.
Die Kirchstraße soll zunächst verkehrsberuhigende Elemente erhalten. Durch innovative Lösungen – beispielsweise versenkbare Straßenpoller – streben wir an, zumindest für einige Tageszeiten die Kirchstraße für den Autoverkehr zu sperren und für Fußgänger und Radverkehr vollständig zu öffnen.
Ein neues Rathaus als neuer Mittelpunkt
Eine neue Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsuntersuch durch das Bezirksamt hat im Jahr 2018 zur Entscheidung geführt, dass die Rathaus-Ergänzungsbauten der Nachkriegszeit (Bauteile B bis E) einem Neubau weichen sollen. In der Investitionsplanung des Landes ist diese Baumaßnahme angemeldet und bewilligt. In einem städtebaulichen Wettbewerb hat sich mit dem Namen „Zehlendorfer Bogen“ versehene Entwurf durchgesetzt. Mitglieder der Architektenkammer in der Jury, Bezirkspolitik und sich beteiligende Öffentlichkeit waren sich hier einig. Jetzt geht es darum, den Bau zügig umzusetzen und die dafür notwendigen Planungsschritte zu absolvieren. Das neue Rathaus soll ein für Bürgerschaft zugänglicher und barrierefrei nutzbarer Ort werden. Er soll aber auch den Beschäftigten moderne und attraktive Arbeitsplätze bieten. Der Blockinnenbereich, der heute nur aus Parkplätzen besteht, soll eine attraktive, einladende Neugestaltung erfahren, vielleicht auch ein Gastronomieangebot. Parkplätze können in einer Tiefgarage entstehen. Die westlich an das Rathaus angrenzenden öffentlichen Einrichtungen wie Schule, Stadtbibliothek und Musikschule sollen städtebaulich sinnvoll mit dem Rathaus und dem Teltower Damm verknüpft werden.
Situation Umgebung S-Bahnhof – „Postplatz“
Ein zentraler Punkt bei der Gestaltung des Ortskerns ist der S-Bahnhof, auf den der Teltower Damm zuläuft und der den Verkehr auf dem Teltower Damm einengt und zwar für Fahrzeuge, Radfahrer und Fußgänger. Zurzeit sieht er ausgesprochen schäbig aus.
Da die S-Bahnbrücke ohnehin saniert werden wird, ist zu prüfen, ob sich eventuell der Querschnitt der Durchfahrt vergrößern lässt, um etwas Raum für den Verkehr zu gewinnen.
Wir wollen, dass der geplante S-Bahnhof Eingang am ehemaligen Postplatz mit einem Durchgang zur Machnower Straße so früh wie möglich entsteht.. Dadurch würden die Verbindungen zwischen beiden Seiten der Bahn gestärkt und auch die Ladenzeile an der Machnower Straße eine Aufwertung erfahren, damit dort nicht nur Döner-Läden und Spielhallen sich entwickeln. Auch der Zustand des bestehenden Eingangs mit seinen Verkaufsständen ist verbesserungsbedürftig.
Stärkung des Einzelhandels
Der Teltower Damm soll weiterhin ein Anziehungspunkt für Kundschaft aus der näheren und ferneren Umgebung bleiben. Ein Ortszentrum für die Versorgung mit Dingen des täglichen und nicht alltäglichen Bedarfs, mit allen relevanten Branchen. Die Gestaltung des Umfeldes ist so vorzunehmen, dass sich die Kundschaft beim Einkauf und Anwohner wohlfühlen. Kleine Ladenflächen sollten erhalten bleiben, damit kleine, inhabergeführte Geschäfte eine Chance haben.
Fußgänger, Radfahrer und Autoverkehr im Einklang
Zehlendorf-Mitte ist geprägt durch die Verkehrsachse Teltower Damm und Clayallee. Darüber hinaus ist Zehlendorf auch wichtiger Verkehrsknotenpunkt – auch für die angrenzenden Brandenburger Gemeinden. Alle Formen der Mobilität sind in Einklang zu bringen. Hierfür bedarf es intelligenter Lösungen für die Nutzung des engen öffentlichen Straßenraums. Dazu gehört u.a. ein Konzept für die Aufstellung von Reklameschildern und Werbefahrradständern, damit die Wege zu Fuss im Zehlendorfer Zentrum nicht einem Hindernislauf gleichen. Im Gesamtkontext der Mobilität sind selbstverständlich auch Busse und Bahn ein wichtiger Bestandteil. Wir machen uns daher auch für die Aktivierung der historischen Stammbahn stark, um so eine noch bessere Anbindung des Bezirks zu erreichen. Die Geschäfte haben Anspruch auf ausreichenden Parkraum für ihre Kundschaft. Neue Überlegungen sollten sich auf die Prüfung beziehen, wo zusätzliche Parkplätze entstehen können, um den Parkdruck am Teltower Damm zu reduzieren. Hierzu könnten nicht genutzte S-Bahnflächen eine Rolle spielen oder auch ein Parkhaus an der östlichen Martin-Buber-Straße.
Reduzierung des Durchgangsverkehrs am Teltower Damm
Wir wissen, dass hier keine einfachen Lösungen möglich sein werden. Wir wollen untersuchen lassen, wie vor allem der LKW-Verkehr von Zehlendorf-Süd auf benachbarte Routen geleitet werden kann. Dazu muss zunächst eine Untersuchung hinsichtlich Herkunft und Zielorte der Verkehre erfolgen.
Der Dorfanger – Mittelpunkt des alten Zehlendorf

Der „Anger“ ist das Zentrum des mittelalterlichen Dorfes, topografischer Ausdruck der dörflichen Gemeinschaft. Denn das grasbewachse Land in der Mitte zwischen zwei Straßenarmen diente als Gemeinbesitz. Hier versammelte man sich. Und hier konnte jedermann sein Vieh weiden. Zumeist gehörte auch ein Dorfteich dazu.
Auch Zehlendorf entstand im Mittelalter als typisches Angerdorf. Der Zehlendorfer Anger reichte einst von der Scharfestraße im Norden bis kurz vor dem heutigen S-Bahnhof im Süden. Übrig geblieben ist die große Grünfläche am Teltower Damm.
Seinen dörflichen Charakter verlor dieser Bereich ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als sich Zehlendorf im Zusammenhang mit dem Ausbau des Eisenbahnverkehrs zum Vorort der Großstadt Berlin entwickelte. Damals entstanden die Geschäftshäuser auf der Ostseite des Teltower Damms. Der Straßenausbau des heutigen Teltower Damms rückte den Anger nun von der Mitte des Dorfes an die Seite. Durch die Verbreiterung der alten Chaussee, die von Berlin nach Potsdam führte (die Bundesstraße 1), verloren die Dorfkirche und das alte Schulhaus (heute Heimatmuseum) ihre Verbindung zum Dorfanger.
